Die liebe Technik
- 21.11.2011 von Gregor Kleczkowski
Ich liebe ja die Technik. Also alles, wirklich alles, was blink, piepst, funkelt, leuchtet, einen Chip, einen Prozessor, einen Motor, oder zumindest zwei Pedale hat und mir vorgaukelt meine Arbeit leichter für mich oder überhaupt an meiner statt zu machen. Die Technik liebt mich auch, seit Jahren bin ich von blinkenden, piepsenden, surrenden leuchtenden Dingen umgeben, die mir das Leben leichter machen ... sollten!
Ich liebe auch die Arbeit. Fad wäre einem ohne Arbeit. Langweilen müsste man sich ganz furchtbar und intellektuell abstumpfen würde man, hielte einen die liebe Arbeit nicht ständig mit neuen Herausforderungen auf Trab. Herausforderungen, wie etwa, als Rezeptionist in einem Hostel Reisenden einen günstigen Schlafplatz zu finden, ihnen mit Händen und Füßen, quasi pantomimisch alles mögliche zu erklären, weil sie keine der sieben Sprachen, die man spricht, auch nur annähernd verstehen, aber immerzu freundlich nicken.
Oder mit einem Schlag eine neue Bleibe für das Kindertheater, in welchem man arbeitet finden zu müssen, weil man sein 1000qm großes, liebevoll bis ins letzte Detail gestaltete Lokal wegen politischer Rochaden Anderer innerhalb von drei Monaten aufgeben muss und man den laufenden Betrieb, die Arbeitsplätze und die kreativen Errungenschaften aber retten will.
Auch das simple bearbeiten und schneiden von Filmen spät in der Nacht kann durch so manches Programm zur Herausforderung werden. Das ist gut denn bekanntlich wächst man an Herausforderungen.
Ich liebe auch die Zeit. Man kann sie gestalten, messen, verbringen, umstellen, vergehen oder durch die Finger rinnen lassen, ja sogar totschlagen. Doch sie bleibt nie stehen.
In den letzten Monaten ist mir einiges klar geworden.
Die Technik liebt mich auch. Das weiß ich genau. Denn was sich liebt das neckt sich.
Die Arbeit liebt mich auch. Sie verfolgt mich schließlich überall hin und deckt mich auch abends mit sich ein.
Nur mit der Zeit ist ´s so eine Sache. Die rennt mir ständig davon.
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